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Innere Mehrsprachigkeit und standardsprachliche Kompetenz: Bairisch als Muttersprache (Pilotprojekt, >2014, gemeinsam mit Melanie Eibl und Nikolas Koch)

Ausgangspunkt des Projekts ist eine im öffentlichen Diskurs noch immer verbreitete Annahme, dass sich ein Dialekt nachteilig auf die im schulischen Kontext zu erwerbende Bildungssprache (Gogolin 2011) auswirken könne. Hier werden ähnliche Argumente vorgetragen, die auch im Kontext der vermeintlich negativen Auswirkung des bilingualen Spracherwerbs verbreitet sind. Die Mehrsprachigkeitsforschung zeigt hingegen vielmehr, dass diese Annahme keine Berechtigung hat (vgl. Reich et al. 2011; Gogolin/Roth 2007).
Im Rahmen des Projekts soll die Fähigkeit eines gelungenen Registerwechsels zwischen Dialekt (Bairisch bzw. weitere bayerische Varietäten) und Standardsprache (Unterrichtssprache) untersucht werden.
Die durch die Mehrsprachigkeitsforschung gewonnen Erkenntnisse bilden den Rahmen für die geplante Datenerhebung und Analyse. Bei der Auswertung des erhobenen Materials wird erwartet, dass negative Vorurteile, die Dialekte als defizitäres System klassifizieren und sie als Grund für schulischen Misserfolg, v.a. im Bereich bildungssprachlicher Kompetenzen, sehen, widerlegt werden.
Um die Hypothese überprüfen zu können, werden Kinder im Alter von ca. 10-12 Jahren (4. und 5. Klasse), deren Muttersprache Bairisch ist, mit Kindern verglichen werden, die mit Standarddeutsch aufgewachsen sind. Hierfür werden schriftliche Sprachdaten (narrative Texte) beider Gruppen mittels eines Sprachspiels („Mysantis“, abgestimmt auf die Lehrpläne der 4. und 5. Klassen, vgl. Schilcher 2012) erhoben und mittels eines Analyseraster hinsichtlich bildungssprachlicher Kompetenzen bewertet.

Kooperationspartner:
Kooperationspartner: Grundschule Grabenstätt
http://www.grundschule-grabenstaett.de/