Ich über mich

Ein (zu Teilen selbstironisches) Interview mit mir selbst

Till: Till, wenn man sich Deinen CV anschaut, dann fällt auf, dass Du in Deutschland schon ganz schön herumgekommen bist…

Till: …fehlt aber noch Hamburg, denn im Süden von der Elbe ist das Leben nicht dasselbe

Till: Äh, ja. Was bevorzugst Du: Pils, Berliner Weiße, Helles oder Kölsch?

Till: Ich halte es da mit Pep Guardiola: Ein gutes Bier ist ein kaltes Bier, „wenn das Bier nicht kalt ist, ist es nicht gut.“

Till: Du bist direkt nach dem Abitur von Gießen nach Berlin gezogen. Wie kam es dazu?

Till: Das hat man damals so gemacht…

Till: Warum hast Du Dich für Germanistische Linguistik…

Till: Weil ich wie alle damals „was mit Medien“ machen wollte und in europäische Medienwissenschaften wegen des hohen NC nicht reinkam.

Till: Ok, machen wir einen großen Sprung: Warum hast du Dich nach Deinem Studium entschieden zu promovieren?

Till: Weil es mir an der Uni gefallen hat, sich mit dem Schwerpunkt Mehrsprachigkeit ein spannendes, interdisziplinäres Forschungsfeld aufgetan hat, das vor allem einen gesellschaftlich wichtigen Bezug hat. Außerdem halte ich es damals wie heute mit Vygotsky und orientiere mich mehr an dem Stand der möglichen Entwicklung als an dem Stand der aktuellen Entwicklung.

Till: Was wärest Du sonst gerne geworden oder wovon träumst du manchmal heimlich?

Till: Sorry, ich, als Germanist, muss jetzt mal kurz dazwischengrätschen, aber könntest Du Dich mal für eine Schreibweise entscheiden? Entweder schreibst Du „Du, Dein, Ihre, Ihr“ usw. immer groß oder immer klein.

Till: Einverstanden! Dann klein?

Till: Egal, das ist ganz deine Entscheidung, Hauptsache einheitlich!

Till: Also nochmal: Was wärest du sonst gerne geworden oder wovon träumst du manchmal heimlich?

Till: Wäre, wäre Fahrradkette. Ich bin ja noch am Werden.

Till: Warum verwendest du deinen Doktor-Titel nicht an der Türklingel oder beim Arztbesuch?

Till: Ist die Frage ernst gemeint? Wenn ja, die nächste Bitte!

Till: Nein, im ernst.

Till: Ich habe, wie bereits angedeutet, nicht aus narzistischen Gründen promoviert. Meinen Narzismus trage ich auf anderer Ebene aus.

Till: Ja, das ist mir auch schon aufgefallen: Du schreibst deinen Nachnamen häufig mit „oe“. Man findet ihn aber auch mit Umlaut. Welche Schreibweise ist denn die richtige?

Till: Offiziell mit Umlaut.

Till: Warum dann die Aufloesung in „oe“?

Till: Das sieht einfach besser aus.

Till: Jetzt im ernst?

Till: Das sieht einfach besser und vor allem internationaler aus und ist im digitalen Zeitalter ohnehin besser zu handhaben, die Unicodes lassen sich als digital-in-between so schwer merken, man müsste jedes Mal nachschauen, war es nun U+00F6 oder U+00FC bzw. 11000011 10110110 oder 11000011 10111100? Ich gehe da sozusagen mit der Zeit, wenngleich es sich handschriftlich schwerer realisieren lässt. Aber wer schreibt heute noch mit der Hand.

Till: Entschuldige, aber ich kann manchmal nicht wirklich einschätzen, ob du etwas ernst meinst oder ob das Ironie ist.

Till: Mein Opa hieß Ernst.

Till: Hat dein Vorname deinen Charakter geprägt? Im Sinne von…

Till: Dyl Ulenspegel?

Till: Ja, genau. Für die nicht germanistischen Nerds: Till Eulenspiegel.

Till: Sagen wir so, es herrschte schon in der Grundschule wegen meines ersten Vornamens eine gewisse Erwartungshaltung seitens meiner MitschülerInnen, der ich auch meistens gerecht wurde.

Till: Hat dir das geschadet?

Till: Um es mit Badesalz zu sagen: Nischt direkt. Gegenfrage: Hat es mir geschadet ohne Fleisch und Fernsehen aufgewachsen zu sein?

Till: Schwer einzuschätzen. Ich habe ein Faible für Schnitzeltage und bestelle Steak in der Regel medium, hatte nach dem Erziehungseinfluss meiner Eltern ein Premiere-, heute ein Netflixabo. Entscheide du!

Till: Wer stellt hier jetzt eigentlich die Fragen?

Till: Du? Ich? Ach egal. Die durchschnittlich zumutbare Lesezeit für einen Internetbeitrag ist jetzt ohnehin überschritten.

Also, Danke für die Zeit, die du dir genommen hast!

Till: Gerne jederzeit wieder. Das nächste Mal gibt es aber hoffentlich kaltes Bier!

Till: Das wird hier aber alles nochmal redaktionell bearbeitet und peer-reviewed, oder?

Till: Ja, selbstredend!

Mehr über mich und wie ich meine Überzeugungen bzw. Einstellung zu Mehrsprachigkeit zum Beruf gemacht habe im IFM Newsletter (Januar 2016, Seite 5f.))

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